Gedankensuppe 36


Ich blogge selten frei von der Leber weg. Was heißt selten, eigentlich nie. Ich poste nie wirklich Privates, gebe zwar gerne kleine Einblicke bei Insta, aber nie so, dass ich sag ich würde wirklich viel von meiner Persönlichkeit preis geben. Ich bin immer eher so der Typ, der sich denkt, wen interessiert es schon was ich zu sagen habe? Die Leute, also ihr, interessiert euch für mein Genähtes, vielleicht auch noch für meine Kinder, unser Zuhause, oder unser Familienleben. Aber doch nicht wirklich für meine Gedanken?!

Heute ist allerdings so ein Tag, es brennt mir auf der Seele zu schreiben. Und wie ich mich kenne, werde ich den Text löschen, bevor ich auch nur auf posten klicke. Vielleicht aber, bin ich heute mal mutig und schicke ab was in meinem Kopf los ist. Aktuell ist viel los, nichts schlimmes, nichts dramatisches, nichts weltbewegendes – für mein Umfeld. Nein, auch eigentlich nicht für mich…

Aber fangen wir mal vorne an… Warum bin ich heute so, wie ich sonst nicht bin? Warum weine ich, seit dem ich aufgestanden bin? Feli ist krank, hat keine Stimme mehr mit Fieber und ist von der Schule zu Hause, heute Nachmittag kommt der Pfarrer zum Taufgespräch und Oskar liegt gerade neben mir und macht sich lautstark in die Windel. Mein Mann ist seit gestern früh in der Uni (die ist ein Stück von hier entfernt und er schläft dann dort bei seinem Bruder) und kommt erst später wieder, kurz bevor der Pfarrer kommt. Ich hab wenig geschlafen, ein Kind hat immer gehustet, war das eine Kind ruhig, hat das andere geweint. Eigentlich kein Problem, oder? Normalerweise nicht, nein…

Mein Haushalt, joah, ich versuche zwar seit um 8 Uhr die Spülmaschine aus und wieder neu einzuräumen… Zumindest ist sie in der Zwischenzeit schon mal leer, nur noch einräumen muss ich sie. Ich würde den Zustand der Wohnung als Ordentlich beschreiben. Nicht pedantisch aufgeräumt, wie ich es eigentlich mag, aber erträglich. Alles also soweit so gut, oder?

Ich müsste arbeiten, Stoffe vernähen, fotografieren, Anleitungenschreiben, und allg. noch so viel für Weihnachten machen. Ich hänge meinem persönlichen Zeitplan hinterher. Auf unserem Esstisch stehen 3 Nähmaschinen, nicht im Keller (in meinem Nähzimmer). Nein, sie stehen am Esstisch, damit ich nicht von den Kindern weg muss, eine gute Mutter sein kann und trotzdem meinem Zeitplan halbwegs treu bleibe. Hinterherzuhinken ist kein Ausnahmezustand, es gibt immer Projekte die darauf warten, schon gestern begonnen worden zu sein. Die eigentlich vorgestern schon fertig sein mussten. Aber davon habe ich mich distanziert, es dauert alles so lange wie es dauert und manchmal meistens kann ich unter Druck besser arbeiten.  Also der Zustand ist auch nicht anders als sonst, warum weine ich nun immer noch?

Also, es ist alles wie immer und doch bin ich heute der Verzweiflung nahe. Warum also? Während ich mir hier alles von der Seele schreibe, bin ich auch schon ruhiger geworden, frage mich ob mir meine Hormone heute einen Streich spielen. Ich vielleicht überempfindlich bin? Ich habe heute Nacht sehr wenig geschlafen, bin dünnhäutig und unausgeglichen, war die ganze Woche vor lauter Arbeit und Kindern noch nicht wirklich draußen, war nicht auf dem Pferd gesessen und hatte bisher keine 5 Minuten wirklich Zeit für mich. Jetzt lächeln sicher einige von euch und denken sich, hab ich auch nicht, was will die denn.…

Und dann sagte heute am Telefon jemand aus der Familie zu mir, nachdem ich einfach nicht gut drauf war und keine Lust auf ein Gespräch hatte: „Das hast du dir doch selber so ausgesucht, mit den beiden Kindern und deinem Job, es war doch von vornherein klar, dass dein Mann oft nicht zu Hause ist und du die Hauptverantwortung für alles trägst, also hör auf dich zu beschweren!“

Bäääääämmmmm, voll in die Fresse!

Seit dem denke ich über den Satz nach… Darf ich, als Mutter zweier wundervoller Kinder, als selbstständige Mutter die mit ihrem Job seit vielen Jahren ihre komplette Familie ernährt, als absoluter Macher – 24 Stunden 7 Tage in der Woche, nicht auch mal nach Liebe und Verständnis schreien? Danach lechzen das jemand mir über den Rücken streichelt und sagt: „Scheiß Tag heute, ne? Wird schon alles wieder…!“ Es ist ja nichts anders als sonst, ich bin einfach nur empfindlich, müde und temporär, vielleicht auch grundlos traurig. Aber wann ist es in unserer Gesellschaft passiert das man sich nicht mehr beklagen darf, nur weil man sich dreister Weise dafür entschieden hat, noch ein Kind zu bekommen und auch zu arbeiten?

Es war mir durchaus von vornherein bewusst, dass ich leider nicht das Privileg habe mir ein Jahr Auszeit vom Job zu nehmen, oder gar 3… Es war mir durchaus auch bewusst, dass das stressig wird, dass ich vielleicht manchmal an meine Grenzen gerate. Ich habe geglaubt das alles ganz gut einschätzen zu können und bin auch jetzt jeden Tag aufs neue froh wie gut doch alles klappt und dass sich das Leben zu viert als so schön entspannt gestaltet. Aber was mir nicht bewusst war ist, dass ich mir selbst damit anscheinend das Recht abspreche auch mal schlecht drauf sein zu dürfen, dass ich nicht jammern darf.

Wo sind wir denn hingekommen, dass man nicht über das selbst gewählte Lebensmodell auch mal klagen darf, dass man keine Schwäche eingestehen darf? Ich finde das ein Ding der Unmöglichkeit, ich bin ein Mensch, keine Maschine. Ich habe Gefühle die ich mal mehr, mal weniger im Griff habe. Ich bin impulsiv und sage manchmal Dinge die ich im Anschluss bereue. Ich lehne Hilfe gerne ab und halte gerne ein Schild um mich und meine Familie rundherum aufrecht, dass der Außenwelt vermittelt: „Hey, alles gut hier, wir brauchen nichts, danke.“

Aber darf ich deswegen nicht auch mal schlecht drauf sein? Nicht auch mal traurig sein? Nicht auch mal überfordert sein? An einem Tag im Jahr, vielleicht wenn ich ganz frech bin, auch an zweien oder dreien. Es ist nicht alles Gold was glänzt und gerade heute hat meine kleine Lebensblase Risse und ich möchte in die Welt schreien:

Hallo ich bin Christina, morgen schäme ich mich vielleicht über meinen Gefühlsausbruch, aber heute, heute brauche ich Liebe! Heute brauche ich Verständnis, tröstende Worte auch wenn nichts schlimmes passiert ist. Heute brauche ich Freunde, Freude und Lachen. Menschen die mich lieben, jemanden der mich in den Arm nimmt und ich möchte mich nicht mehr dafür verstecken, nicht 365 Tage perfekt zu funktionieren, sondern vielleicht auch mal nur 364 😉

In diesem Sinne wechsle ich meinem einem Kind jetzt endlich die Windel und mache dem anderen, ganz Rabenmutterlike, wie die ich mich heute auch fühle, einfach eine Tütennudelsuppe, ohne frisches Gemüse, dafür mit Geschmacksverstärkern. weil ich einfach nicht perfekt bin, sondern nur ich selbst.


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36 Gedanken zu “Gedankensuppe

  • Rebekka

    Danke! Du sprichst mir aus der Seele! Ich hab heute auch so einen „Seelen-Blues-Tag“ und könnte mich nur hinsetzen und heulen. Auch bei mir dreht sich die Welt wie immer – nur heute stolper ich über mich selber.

    Ich drücke dich gedanklich mal ganz dolle und sage „wird schon wieder!!“ ?

    • Frl. Rosa Autor des Beitrags

      Das kann ich dir nur zurück geben – drück dich, morgen sieht die Welt wieder ganz anders auch!
      Aber ich finde man darf auch mal Schwach sein und einen miesen Tag haben,
      das Leben ist nicht nur eitel Sonnenschein auch wenn wir uns das im Internet gerne mal weiß machen 🙂

      • Rebekka

        Na toll meine erste Antwort weg – passt zum Tag ?

        Ich stimme dir absolut zu! Den Tag heute wirds nicht mehr retten, aber morgen wird das Krönchen neu ausgerichtet! ? ebenso, dass man sich auch mal Luft machen muss – manchmal kommt halt alles zusammen und dann wird es für den Moment schlicht und einfach „too much“ ?

  • Nicola Berg

    Hey, scheiß Tag heute, ne? Morgen ist alles wieder besser… 😉

    Fühl dich in den Arm genommen, trink nen Kakao, leg dich mit deinen beiden aufs Sofa… UND OB DU JAMMERN DARFST!

    Ach ja: Und hier ist noch der Rückenstreichler…und noch ein zweiter und dritter hinterher 🙂

  • Caro repi

    Ein toller Text und ich fühle mich dir gerade sehr verbunden ☺️ Ich kann ganz gut nachvollziehen wie es dir gerade geht und du dich fühlst. Fühl dich gedrückt ❤️ Alles Liebe Caro ?

  • M.

    Ich danke dir für deine tollen Worte.

    Ich kann es nur zu gut nachempfinden. Im Moment bin ich jetzt mit Burnout in der Alltagsentschleunigungsphase.

    Vielleicht hast du ja die Möglichkeit mal einen Tag bzw. Paar Stunden jemanden zu haben der die Kids nimmt und du schwimmen oder bummeln gehst. Einfach mal paar Stunden raus aus dem Karussell.

    *drück dich* :*

  • Jenny B

    Oh doch du darfst so drauf sein und ein absolutes tief haben! Mir geht es mir zwei Kindern, Selbstsändigkeit und Haushalt manchmal auch nicht anders. Ich ernähre zwar nicht die Familie damit habe aber dennoch viel damit zu tun. Und manchmal fehlt einfach die Kraft. Man weiß das man unfair zu den Kindern ist, weil man dünnhäutig ist, kaputt ist und wahrscheinlich noch eine Erkältung ausbrütet, die man nicht auskurieren kann. Aber die Kinder verzeihen einem das alles und lieben einem trotzdem. Das ist das schöne daran. Du darfst auch mal schwach sein und es zeigen. Es fällt mir selber zwar auch immer unglaublich schwer dazu zu stehen, aber genau deshalb muss ich es dir auch schreiben.
    Kopf hoch und einfach eine schöne heiße Schokolade machen, Weihnachtskekse (gekauft und nicht gebacken) essen und mit den Kindern aufs Sofa setzen und kuscheln. Die Arbeit Arbeit sein lassen und den Haushalt Haushalt. Einfach mal nur du, deine Traurigkeit und die kleinen Kuschelmäuse zusammen auf dem Sofa ♥
    Fühl dich ganz lieb gedrückt :-*

    Viele liebe Grüße unbekannterweise von Jenny

  • Sonja

    Das hast du so schön geschrieben? ich hab mich in vielen Punkten wieder erkannt und habe gerade Tränen in den Augen. Ich bin zwar nicht selbstständig, habe aber 3 Kinder und einen Mann der 4 Tage die Woche nicht daheim ist. Ich habe das auch schon an den Kopf geworfen bekommen und finde es Traurig in unsere Zeit das man nicht einfach mal sagen kann.
    “ Ich kann gerade nicht mehr“ und man einfach mal gedrückt oder einen eine Kleinigkeit abgenommen wird. Nimm es dir nicht so zu Herzen, sei stark für deine Kinder ich drück dich mal unbekannter weiße.
    Lg Sonja

  • Moni

    Danke! Danke dass Du es einfach abgeschickt hast und uns zeigst, dass Du auch „nur“ ein Mensch bist! Und wehe Du schämst Dich morgen dafür. Denn da stehst Du mit neuer Kraft auf und bist stolz auf dich, wie gut du Gefühle zu lässt und wie toll du dein Leben meisterst!

  • Nina

    Hallo Christina,
    ich finde das du ganz recht hast. Manchmal muss einfach mal ein innerlicher Schrei losgelassen werden.
    Ich denke ich gehöre auch eher zu den Machern. Mein Lebensmodell ist deinem ganz ähnlich…Mann im Ausland, oft mehrere Wochen weg. Zwei Kinder (1.Klasse/2.Klasse). Ein Häuschen fein, was dann irgendwann mal unser eigen wird.
    Ich arbeite in meinem Beruf, weil ich Ihn liebe, nicht weil ich zwingend muss. Ich verbringe gerne die freie Zeit mit meinen Kindern. Unser Haus ist wenn ich frei habe immer voll mit Kindern, weil sich alles hier trifft. Ich liebe das. Viele sagen oft: „meinst du nicht das wäre alles was viel?“ „Meinst du nicht du solltest von den Ehrenamten die du machst, weniger machen?“ „Kannst du auch nein sagen?“ „Vielleicht hörst du besser auf zu arbeiten!“
    Antwort: „Ja 😉 ich kann „nein“ sagen. Aber ich bin halt gerne für andere da. Ich bekomm das auch alles irgendwie immer hin. Ich bekomme mich gut organisiert – mehr oder weniger 😉
    Das man das aber nicht alle Tage im Jahr gut hinbekommt. so what. Ich hab letztens vollkommen erledigt unter der Dusche gestanden und geflennt. Mein Herzchen konnt sich kaum beruhigen, so hab ich mich über eine Nichtgkeit aufgeregt. Ich hatte auch 4 Tage lang nicht wirklich geschlafen……das Nervenkostüm ist dann oft einfach dünner! Im Kopf ratterte immer weiter der Zeitplan und ich dachte mir „Scheiße – du sollst doch schlafen.“
    Also, was ich mit meinem ganzen Geschwafel eigentlich sagen will…..
    „Kopf hoch – alles wird wieder gut. ScheißTage hat ein jeder….manche haben sie täglich und jammern jeden Tag. Gönn dir den 366.Tag den wir in diesem Jahr haben und sei einfach mal Scheiße drauf. Du hast zwei süße Kinder und das ist alles was zählt. Schau sie dir an und du wirst lächeln, weil dass das große Glück ist!“ *Ich drück dich mal gerade unbekannterweise virtuell*
    Liebe Grüße
    Nina

  • Britta

    Ab und zu sind die Tage einfach vor dem Aufstehen schon blöd. Ich kenne das auch nur zu gut. Ich drücke Dich ganz doll und dazu gibt es Kekse und Kakao mit Marshmallows.

  • Margot

    Hallo Christina, fühl Dich erst mal gaaaaz lieb in den Arm genommen und gedrückt! Und ja, es gibt so „blöde“ Tage. Auch diese Welt uns weismachen will, dass alle anderen ihr Pensum „spielend und mit links“ schaffen. Und Schlaf ist nunmal lebenswichtig. Jeder, der Kinder hat, dürfte wissen, was Du gerade (ist eher ein Witz – natürlich dauernd!!!) leistest. Vielleicht hilft es Dir ein kleines bisschen, dass hier nach vielen Tagen Dauer-, Hoch- und sonst noch -Nebel das erste Mal wieder die Sonne scheint. Ich schick Dir hiermit ein paar Strahlen. (Eine für Dich, eine für die Kinder, eine für die Taufe………………)
    Einen wunderschönen restlichen Tag, versuch einfach das Beste draus zu machen.
    Ganz liebe Grüße, Margot

  • Strippe

    Scheiß Tag heute, ne? Wird schon alles wieder…
    Das Gefühl kenne ich und ich bin im Moment durch Elternzeit noch mit der kleinen Maus Zuhause.
    Uns trotzdem komme ich zu nichts. Vor kurzem hätte ich heulen können jeden Tag die Wohnung aufgeräumt und morgens sah es wieder aus wie vorher.

    Und dazu kommt ein total schlechtes Gewissen wenn ich mir mal Zeit für mich nehme und mich an die NähMa setze obwohl das dreckige Geschirr noch nicht in der Geschirrspülmaschine steht. Bin ich eine Rabenmutter weil ich mir mal Zeit für mich nehmen? Nein aber das Gefühl kommt trotzdem immer mal wieder hoch. Und warum… alle anderen schaffen so viel und noch mehr.
    Hut ab vor den Selbständigen. Oder auch alleinerziehenden Müttern.

  • Jutta Vrie

    Hey, Perfekt ist geleckt – geleckt ist nicht wirklich schön! Warum sollst Du Dich nicht auch mal beschweren dürfen!??! Die die einem vorwerfen: „das hast Du Dir selbst ausgesucht!“ Sind doch meist die wo am meisten jammern! Lass sie reden. Jammer, motzt und schimpfe. Sobald Du erleichtert bist – Krönchen richten, Brustwirbel raus – tief durchatmen und auf sie mit Gebrüll!!! Fühl Dich lieb gedrückt. Das sagt Dir eine achtfache ( 8-fache ) Mama, ja auch ich hadere manchmal..
    Liebe Grüße, Jutta Vrie

  • Nähkäschtle

    Da drücke ich Dich gerade mal ganz ganz fest (geht mir gerade ähnlich), wir schaffen das schon! Lass uns heute mal durchhängen und jammern und traurig sein – in der Hoffnung das es uns morgen wieder besser geht. LG Ingrid … streichel … streichel … streichel …

  • Sonia N.

    Liebste Christina,
    ich glaube jede Frau kann nachvollziehen, wie es dir gerade geht, egal in welcher Familien- und Jobkonstellation sie gerade steckt. Ich finde es schön, dass du dir Das von der Seele geschrieben hast und wenns auch nur ein klein wenig geholfen hat, war´s doch gut. Momentan stecke ich in einem riesige Hoch und ich schicke dir hiermit gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viel Kraft rüber und morgen sieht der be… Tag von heute schon wieder anders aus und wenn nicht, shit happens, danach kommt auch wieder der nächste Tag!
    Lass dich gedrückt sein!!!
    Herzliche Grüße…

  • Andrea

    Ich kann nur den Kopf schütteln… Was man sich alles sagen lassen muss..
    Du bist eine starke Frau, die immer alles im Griff hat, aber an einem Tag wie heute türmt sich alles auf und man glaubt zu ersticken. Und dann darf und muss man vorallem mal scheiße sagen und heulen und jammern dürfen!
    Ich hatte erst vor kurzem einen solchen Tag, als mein Sohn krank war… Die Sorge ums Kind und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, kann auch eine starke Frau schwach werden lassen!
    Ich drücke dich ganz doll und schicke dir ein Lächeln 😉

    Liebe grüße!!

  • Olga

    Hallo Christina, ich kann dich sehr gut verstehen. Wir kennen uns nicht aber ich verfolge deine Arbeit ganz still und leise ohne je ein Kommentar drauf zu schreiben … warum eigentlichen nicht?? Du bist einfach super und das kann man ruhig auch den anderen wissen lassen … demnächst reagiere ich mal öfters ?
    Bin auch Mutter von zwei wundervollen Kindern. 3 und 1 Jahr. Es ist nicht immer leicht … eigentlich eher nie … aber wir Frauen meistern das alles. Ich wünschte mir zimindest die Hälfte dessen zu schaffen, was du schaffst. Sein stolz auf dich und lasse auch mal die Gefühle raus, den nur die starken Frauen können auch negative Gefühle zeigen und auch mal doof drauf sein ? Fühle dich gedrückt

  • Mara

    Meine Liebe, natürlich darf man nicht meckern! Und jetzt stell Dir mal vor, Du wärst „nur“ Mama und hättest einen schlechten Tag – geht gar nicht! Und selbstverständlich haben wir uns das alles selber eingebrockt und Gefühle dürfen wir sowieso nicht zeigen…versteht jeder, oder?
    Fühl Dich warm umarmt von einer Mama, die gerad‘ kurz vorm Knall steht, weil Kind1 einfach nicht aufhört zu reden und Kind 2 seit einer Woche mit Fieber jammert…
    Alles Liebe aus Spanien, Mara

  • Martina von Jolinas Welt

    Ach Mensch, ich drücke dich virtuell ganz fest. Im echten Leben hab ich´s ja nicht so mit Nähe 😉
    Ich lebe ja die Perfektion des Unperfekten und das ist ganz okay so. Lass deinen Frust raus, du hast alles recht dazu. Du bist ein wundervoller Mensch und Menschen sind keine Roboter, sie funktionieren auch mal weniger gut und das macht uns Menschen aus und liebenswert. Du bist eine tolle Frau und eine wunderschöne noch dazu und als nächstes bearbeite ich endlich Bilder 😉 ich bekomme zur Zeit meinen Hintern nähmlich nicht hoch, bzw, es sind tausend Dinge die ich angefangen und nicht beendet habe, Leben eben 😉

  • Bina

    Das kenne ich auch nur zu gut!
    “ Das ist nun mal so mit 3 Kindern! Du hast doch noch ein Baby. Muss nicht alles perfekt sein! 2 Stunden Schlaf sind doch nicht so schlimm. Dafür bist du doch Zuhause! Leg dich doch über tag mal hin! (???)“ ist doch alles nicht so schlimm! und mein absoluter Favorit : das ist nur ne Phase! Da bekomme ich BlutdruckSchwankungen! ?
    Manchmal ist eben alles zu viel und dann darf man mal ordentlich jammern!
    Auch oder besser gerade wenn es um die eigenen Ansprüche an sich selbst geht.

    Also jammer, heul und trink einen Kaffee! Fühlen dich gedrückt!
    Denk immer dran, du bist nicht allein! Ich Jammer immer gerne mit dir und verfluche den Tag!

    Liebe Grüße

  • Katrin

    Du glaubst gar nicht, wie sehr Du mir aus der Seele schreibst, und wie erleichtert ich bin, dass es nicht nur mir so geht! Meistens sieht es den nächsten Tag schon wieder ganz anders aus. Ich drücke Dich ganz doll!

  • Llewella

    Ganz klare Sache. Du darfst den Blues haben! Auch wenn es scheinbar keinen Grund dafür gibt. Ich habe das „Problem“ auch… Ich bin hier auch immer die Starke, die alles und jeden auffängt. Wenn ich dann mal zusammenklappt – kommt sehr selten vor, aber meist dann so richtig heftig – dann gibts Gefühlsausbrüche, Gemotze, Gemeckere, Geheul, das ganze große Programm. Danach geht es mir dann in aller Regel besser und der ganze Kram mit stark sein und Co geht von vorne los, bis zum nächsten „jetzt ist zu viel“.

    Fühl Dich unbekannterweise gedrückt, mach die Tütensuppe, dein Kind hat eine authentische Mutter und das ist das, was wichtig ist. Das Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein und auch das müssen die Zwerge lernen.

    Liebe Grüße
    Llewella

  • Damaris

    Liebe Christina,
    Hut ab vor dem, was Du da alles wuppst! Und Du hast alles Recht der Welt, mal einen Jammertag einzulegen!!!
    Wir haben vor fast 20 Monaten auch nochmal Nachwuchs bekommen. Und ich bin mit Minijob, 2 Kindern und Kleingewerbe („nur“ im Nebenerwerb) komplett an meine Grenzen gestoßen.
    Ich bin eigentlich auch jemand mit mindestens 25h Energie für einen 24h-Tag…….. Aber irgendwann ist es nur noch ein Spagat zwischen Kunden zufrieden stellen wollen und dem schlechten Gewissen den Kindern gegenüber. (Was den Haushalt betrifft, habe ich das schlechte Gewissen schon länger abgestellt ?)
    Seien wir doch mal ehrlich: auch wenn die meisten von uns den besten Mann der Welt haben, bleibt doch der meiste alltägliche organisatorische Kleinkram zusätzlich zur Berufstätigkeit an uns Frauen hängen………
    Deshalb klopf Dir ruhig mal selber auf die Schulter! Ich finde es toll, was Du machst! Und starke Frauen dürfen ruhig auch mal Schwäche zeigen ?
    In diesem Sinne liebe Grüße

  • Susanne

    Hallo,
    ich bin eine stille aber regelmäßige Leserin deiner Seite. Ich liebe deine Schnitte und mag deinen Blog sehr. Klar, in erster Linie wegen dem Genähten.
    Aber ich finde es völlig richtig, dass du hier auch deine Gedanken schreibst. Zum Einen, um dir Luft zu machen, aber vor Allem auch um zu hören, dass glaube ich jede Mutter – grade wenn noch berufstätig – dich voll und ganz verstehen kann.
    Und nein, das ist keine unberechtigte Jammerei, sondern dein gutes Recht. So Tage gibt es einfach, und bestimmt sogar nicht nur ein/zwei im Jahr und dann darf man sich auch mal Ausweinen. Und wenn nötig auch mal im Selbstmitleid baden. Das muss sein und tut einem persönlich gut. Und somit auch der Familie, wenn Mama wieder aufgebaut ist. 🙂
    Also, fühl dich nicht schlecht sondern lass es raus und überhör all die vermeintlichen Besserwisser!
    Fühl dich ganz lieb gedrückt!
    Und überhaupt, es geht auf Weihnachten zu – grade da sollte man den Nächsten eher drücken, als noch drauf zu hauen. 😉
    Alles Liebe
    Susanne

  • Elisa

    Hachjaaa, das ist so wunderbar bodenständig und normal, Christina!
    Merkwürdigerweise geht es mir seit gestern genauso. Ich habe heute nicht mal Lust zu nähen. Ein Kind hat 40 Fieber, das andere hustet und schläft schlecht, das große fühlt sich vernachlässigt und Mama hängt mit Erkältung und Heiserkeit durch. Natürlich nur inoffiziell!
    Die Wäsche wächst mir mit jedem weiteren Tag Pause über den Kopf und ich warte nur darauf, dass der Magen-Darm-Virus aus der Kita uns erreicht. An Tagen wie diesen macht mir unsere vergebliche Haussuche seit über einem Jahr schwer zu schaffen und zieht mich noch weiter runter. Aber ich muss Weihnachtsgeschenke nähen und Sport machen, damit ich mein Ziel zum 30. Geburtstag erreiche. Ich bin müde, mir brennen die Augen und irgendwer hämmert in meinem Kopf.
    Alles doof – außer dieser Post! Herzlichen Dank und eine virtuelle Umarmung <3

  • Caro

    Liebe Christina!
    Schrei es in die Welt hinaus. Sollen doch alle denken was sie wollen. Aber manchmal muss man einfach bruddeln… Ich kann Dich total verstehen. Kommt eins zum Anderen und dann alles zusammen. Keep on smiling!!! Denk dran: Du bist spitze so wie Du bist!!! Und jetzt noch ein interaktives Drückerle für Dich! Viele Grüße! Caro

  • Ani Lorak

    Darfst Du! Ich habe Verständnis. Frau darf doch mal jammern, wenn es ständig ist ok – aber mal. Das sollte drin sein. Ja – schade – manchmal gibt es eine Tür, die vor der nase zugeschlagen wird statt – ja – wie Du schriebst: Alles Kacke Deine Elli! Kann das gut nachvollziehen, manchmal ist es doof – geht auch mir so. Teilzeit – so gefrustet von der Arbeit momentan und der drohenden Arbeitslosigkeit (zum Glück ohne GEldsorgen – auch wenn es zur Kündigung kommt) – aber gefrustet, weil Teilzeit nicht ausgelastet aufgrund der Aufgaben und stark überlegend, ob ich statt wie eine Absage nach der Anderen zu kassieren, mich Vollzeit bewerben soll… aber werde ich damit glücklich. Auch wenn ich meine Kinder anmaule, erst abends nach HAuse kommen – ich weiss nicht, auch wenn die 2 bereits 7 und 12 sind. Ja – Ich finde auch, dass die Welt immer noch nicht Frauen lässt, Ihr Leben zu wählen und nicht verurteilt zu werden, wenn sich eine für die Vollzeitmutti entscheidet, eine andere für Vollzeitarbeit, die nächste für eine Kombi… Ja – wir sollten mehr Empathie zeigen und Mitgefühl, vermisse das auch oft. Ich hoffe, die oder der Familienanghörige liest auch Deinen Blog und Du hast oder hast direkt reagiert. Ich schicke Dir virtuell einen Cocktail ein und heule mit Dir!

  • Gülşah

    Ahh Liebes, ich kenne dich nicht, aber nenne dich einfach malmso☺️ Fühl dich umarmt! Es ist gut so. Manchmal muss es raus. Nicht nur im virtuellen Leben.
    Meine Kinder sind frische 4 und 11 Monate. Beim Großen habe ich einiges eingesteckt, musste ich ja. Erstes Kind und so. Darf nicht meckern, nicht klagen, nicht leben, nicht atmen. Ist ja selbstverständlich. Der Vergleich mit meinen Schwestern, Nachbarn, Freunden, Verwandte 99 Grades, der Postbotin und all deren Kinder war stetig da. Ich musste aufpassen. Sonst war ich schnell die Überforderte, die ja unbedingt ein Kind haben wollte… Kurz nach der Geburt unserer Tochter habe ich erst gemerkt, wie verdammt Scheiße das war. Die Angst war aufeinmal wieder da. Die ganzen Vergleiche mit den anderen Mamis&deren Kinder…. Als überfordert „beschimpft“ zu werden… Diese ewigen, warum wolltest du auch unbedingt ein Zweites…!! Die Angst kam genau da, als meine Hebi mich im Schlafzimmer abtastete. Da lag ich nun. Bin einfach in Tränen ausgebrochen, weil mich eknfach diese Angst überkam. Meine Hebi, eine recht ältere Dame, die seit über 40 Jahren Hebamme ist und ihr letztes Jahr für die Rente angetreten ist. So viel Erfahrung & Weisheit. Hat mir so viel Mut zugesprochen. VERSTÄNDNIS gezeigt. Die Erste, die mir das in den 3 Jahren gezeigt hat… Sie hat mein Mann dazugeholt. 2 Stunden haben wir uns unterhalten. Sie hat ihn mehrmals ermahnt, dass er darauf zu achten hat, wie sich mein Umfeld mir ggü. verhält. Er diese zurechtweisen soll. Ohne wenn und aber. Er hat sofort verstanden. Aber ihm war bis zu diesem Gespräch nie bewusst gewesen, wie ich die letzten 3 Jahre als Mama von unserem Sohn „gelebt“ habe… Er musste kaum jemanden zurechtweisen. Dazu kam es nicht. Ich war nach diesem Gespräch einfach so mutig, dass ich zu Allem gleich meine Meinung gegeigt habe und vorallem wie total bescheuert und verletztend ihr Verhalten&die ganzen Bemerkungen der letzten 3 Jahre waren. Wie verletzt ich immer war. Es aber nie zeigen durfte. Die angst immer da war. Ich mich unwohl fühlte. Keine Hilfe annahm obwohl ich sie doch so dringend hätte nötig gehabt. Nicht nur ich habe dann da geweint. Die meisten der Gesprächspartner auch. Es war ihnen einfach nicht bewusst, wie verletzend ihre „banalen“ Bemerkungen sein konnten. Es war ihnen einfach nicht bewusst.
    Nach dem Gespräch mit meiner Hebi war ich so mutig. Habe alles anders gemacht als bei meinem Sohn. Ich habe die 8 Wochen Wochenbett fast ausschließlich zu Hause mit meiner kleinen Familie verbracht. Besuch hab ich abgelehnt. Nur wenn ich wollte,habe ich die Person/en eingeladen. Es war so befreiend. Kein Zwang. Kein Muss. Die Freiheit, selbst zu entscheiden. Und vor allem, die Ehrlichkeit. Ich kann jetzt einfach sagen, es ist scheiße, wenn es das wirklich ist. Ich sage es. Und die Gegenseite gibt mir keine Schuld! Die haben dann Mitleid mit mir. Ehm ja, DAS will ich auch nicht unbedingt aber in dem Moment ist es so! Lieber Mitleid bekommen als ständig die Schuld zugesprochen bekommen, warum ich mir das mit dem 2. „angetan“ habe…!
    Ich liebe meine 2! Auch wenn es manchmal oder aktuell häufig sehr anstrengend sein kann, es ist halt so. Irgendwann kommen wieder bessere Tage, dnan wieder Schlechte, dann aber wieder Gute… ich bin aber einfach nur froh, dass ich allen Situationen, egal wie gut oder schlecht sie sind, ehrlich sein kann. Meine freuden&Sorgen teilen kann, ohne Angst zu haben als Überfordert/selbst Schuld betitelt zu werden. Ich bin einfach nur unheimlich froh darüber…
    Vielleicht hilft es dir ja auch, darüber offen zu reden. Du hast es definitiv schwerer als ich…

    GLG Gülşah

  • Bine

    Ach ich kann dich so gut verstehen. Diese Menschen die nicht richtig hingucken können manchmal sehr gemein sein, wenn auch sicher nicht absichtlich. Ich bin ungewollt alleinerziehend von Geburt meiner Tochter an, da ihr Papa in der Schwangerschaft urplötzlich verstarb. Ich kriege unser Leben gut gemanagt, sie ist mittlerweile 6 und wir haben uns in Job, Haus und Mama&Tochter Leben gut arrangiert. Ich will auch nicht Mitleid und ganz viele haben Verständnis und Hochachtung für meine Situation. Und dann treffe ich schon vor 3 Jahren oder so einen Exfreund an der Ampel, der fragt wie es mir geht, ich sage dass es nicht immer einfach ist und er sagt: „ach stell dich nicht an das schaffen doch tausende andere auch …“ DAS war irgendwie nicht das was ich hören wollte und ich bin heute noch enttäuscht über diesen Spruch … Aufstehen, Krone richten, weiter machen heisst es immer so schön, ich versuche es und meistens klappt es auch 🙂 Fühler dich gedrückt und „sch….. drauf“ 😉
    LG
    Bine

  • Nina Naehring

    Oh Du bist großartig „Knutsch“ hoffendlich komme ich bald mal wieder zum plotten. DANKE DANKE DANKE habe ich schon danke gesagt 😉

  • Marlies Herzog

    Hallo du, heisst du Rosa, einen anderen Namen habe ich gerade nicht gefunden. Ich habe gerade deinen Blog gelesen und möchte dir sagen, das ist ganz normal mit deinem Kummer. Die Person die dir da so toll auf die Nase gebunden hat, dass du dir dein Leben selbst ausgesucht hast ist zwar wahr, hat aber nicht sehr feinfühlig reagiert. Ich bin schon älter und kann dir nachfühlen wie du dich fühlst. Solche Tage gibt es einfach. Die musst du aushalten. Gut hast du deinem einen Kind eine Tütensuppe gekocht. Wegen dem lebt es nicht ungesünder. Ich denke, du willst zuviel auf einmal. Versuch mal einen Moment ruhig deine Prioritäten aufzulisten. Ich mach das so wenn es strub wird. Alles was erledigt werden muss auflisten. Dann nehm ich das was unbedingt und auf gleich erledigt werden muss heraus. Es gibt immer Dinge die noch etwas warten können. Denn weisst du morgen, morgen ist wieder ein neuer Tag und da ist dann die ganze Kraft wieder vorhanden. Und du denkst was war das denn gestern! In diesem Sinne nehme ich dich kurz in den Arm und streichle deinen Rücken. Alles wird gut. Freue dich an deinen Kindern. Liebe Grüsse Kopf hoch Marlies

  • Charlotte Fingerhut

    Schwäche zu zeigen ist wahre Stärke!
    Ich drück Dich mal ganz dolle liebe Christina
    und streichle sanft über Deinen Rücken und sage:
    „Scheiss Tag heute“ – Morgen ist die Welt bestimmt wieder rosa!“
    Ganz liebe Grüße
    Marina