Blogparty Tag #6 mit Christina Josy Voss – Tipps und Tricks Bildbearbeitung 2


#6

Hallo liebe rosarosa-Fans 🙂

Mein Name ist Christina, ich lebe mit Mann und fast 6jähriger Tochter in Österreich und freue mich sehr, heute hier dabei sein zu dürfen! Christina von rosarosa kenne ich schon über 6 Jahre lang. Kennengelernt haben wir uns in den Welten des großen WWWs, wo sonst? 😀 So begleite ich das Label rosarosa schon seit den Anfängen, habe diverse Wandlungen miterlebt und auch schon so manchen genialen Schnitt probegenäht. Und heute? Heute unterstütze ich Christina mit einem Gastbeitrag 🙂

Ich habe mir überlegt, was ich euch Spannendes bieten könnte…. Ich nähe zwar auch – jedoch nur privat und aufgrund meines vollen Zeitplanes ziemlich selten (zum Leidwesen meiner Tochter). Somit kam ein Nähtutorial eher nicht infrage. Eine Verlosung? Ja, das wäre eine Möglichkeit gewesen, da ich beruflich neben Logodesign und Grafikpaketen auch Textildesigns mit Herz und Seele umsetze. Jedoch kommen meine aktuellen Stoffe erst in ein paar Wochen beim Händler an und so lange wollte ich euch dann auch nicht warten lassen.

Was also sonst? Etwas, das EUCH Nutzen bringt. Etwas, das ICH gut kann. Etwas, das vielleicht eine tolle Ergänzung für das Thema Nähen und Blog/FB-Seite wäre… JA! Dann fiel es mir ein!

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Ich habe euch ein Bildbearbeitungs-Tutorial mitgebracht!

Ich lese oft in FB-Gruppen die Fragen: „Wie macht ihr nur diese tollen Fotos? Welche Kamera habt ihr?“ Doch schöne Fotos kann jeder machen, ganz egal, welche Kamera man besitzt! Dazu findet man auch im Internet die tollsten Videos und Tipps, besonders, was Kinderfotografie betrifft. Hier erstmal meine 3 Top-Tipps dazu:

  • Begebt euch auf Augenhöhe. Bilder von euren Kindern werden viel lebendiger, wenn ihr auf der gleichen Ebene agiert wie sie. Alternativ dazu sind auch extreme Perspektivwechsel sehr interessant. Klettert doch mal auf einen Stuhl oder legt euch auf den Boden. Die Bilder dürfen auch ruhig mal schief sein 😉
  • Sorgt für eine abwechslungsreiche Umgebung. „Stell dich mal da vor die Wand und gucke nett“ ist nie besonders aufregend. Weder für das Kind, noch für euch und erst recht nicht für eure Leser 🙂 Geht lieber in den Wald, auf eine Blumenwiese, lasst euer Kind auf Steine klettern, mit den Füßen im See plantschen, auf eine Bank stellen, auf eine Leiter steigen….
  • Und damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Abwechslungsreiche Orte bieten abwechslungsreiche Situationen. Eure Bilder werden viel authentischer, wenn ihr im Hintergrund bleibt. Kommandiert eure Kinder nicht herum, gebt so wenige Anweisungen wie möglich. Lasst eure Kinder spielen, erkunden, leben. Und fangt die besonderen Momente ein.

Nun… jetzt habt ihr tolle Bilder in eurer Kamera. Aber die Möglichkeiten fangen nun erst so richtig an! 🙂 Die Bildbearbeitung und –gestaltung umfasst unter anderem:

  • Zuschnitt aufs gewünschte Format (15 x 20 cm verhält sich anders als 20 x 30 cm)
  • Retusche von unerwünschten Bildinhalten (Verletzungen, Schmutz, etc.)
  • Helligkeitskorrekturen
  • Farbkorrekturen
  • Schärfe- und Unschärferegulationen
  • Kreative Bearbeitungen wie Farbmanipulationen (z.B. Colorkey), Rahmen, etc.

Dazwischen gibt es natürlich noch Unmengen mehr! Wenn euch dieses Thema interessiert, würde ich euch gerne beispielsweise die Seiten von Calvin Hollywood oder Schwaighofer-art  ans Herz legen. Hier könnt ihr mal einen Blick drauf werfen, was retuschemäßig alles machbar ist 😀

Ich möchte euch heute einen Überblick zur grundsätzlichen Bildverbesserung geben. Normalerweise arbeite ich mit Adobe Photoshop. Photoshop CC könnt ihr über Adobe abonnieren, das kostet um die 12 Euro im Monat, es gibt aber auch immer wieder Aktionen. Schaut einfach regelmäßig auf der Adobe-Seite vorbei, um euch auf dem Laufenden zu halten. Da natürlich nicht jeder von euch über dieses Programm verfügt, möchte ich euch heute eine Alternative aufzeigen, nämlich PIXLR. Ihr müsst hierfür nichts downloaden und installieren, sondern arbeitet direkt in eurem Internetbrowser. Geht dazu bitte auf https://pixlr.com/ und klickt auf die mittigen, blauen Pfeile unten am Bildrand. Dort klickt ihr bei „Pixlr Editor“ auf „launch web app“. Nun habt ihr die Möglichkeit, direkt von eurem PC ein Bild zu öffnen.

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Ich habe hier ein Bild meiner Tochter von 2014 geöffnet. Es stammt aus dem Shooting zum Probenähen von „Bijou“. Wie man sieht, ist es relativ flau und grünstichig :-/

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Als erstes werde ich mein Bild schärfen. Dazu klicke ich auf „Filter“ und hier auf „Unsharp mask“. Natürlich wäre es auch unter dem Punkt „Schärfen“ möglich, jedoch hat man hier keine Einstellungsmöglichkeiten. Individueller wird’s also bei „Unsharp mask“. Hier kann man nun die Werte eingeben, die für das jeweilige Bild passend sind. Grobe Richtwerte: Bei „Menge“ bleibe ich meistens unter 100, bei Radius unter 2. Den Schwellenwert lasse ich mal auf den 15, die voreingestellt waren.

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Was genau der Unschärfefilter bewirkt und welche Möglichkeiten man damit hat, könnt ihr gerne hier nachlesen: http://eye.de/tip-unscharf-maskieren.shtml Es würde den Rahmen sprengen, das hier im Blogartikel in allen Einzelheiten zu erklären 😉

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Unter „Anpassungen“ und „Ebenen…“ mache ich mich nun an die Helligkeitsanpassung. Mit dem Shortcut „Ctrl“ und „L“ kommt ihr übrigens leichter dort hin 🙂 Was ihr hier nun seht, nennt sich Histogramm.

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Ein Histogramm zeigt euch die Helligkeitsverteilung in eurem Bild. Links ist schwarz, also 0 % Helligkeit, rechts ist weiß, also 100 % Helligkeit. Anhand dieser Kurve kann ich nun erkennen, dass sich in meinem Bild mehr dunkle als helle Anteile befinden. Der höchste „Berg“ ist eindeutig auf der linken Seite. Ein perfektes Histogramm fällt an den Enden ab und hat dazwischen ein schön ausgewogenes „Berg- und Tallandschaftsbild“. Bricht ein „Berg“ an der linken oder rechten Kante ab, ist das Bild unter- oder überbelichtet. Das ist bei meinem Bild nicht der Fall.

Bewegt man nun das schwarze Kästchen links weiter nach rechts, wird das Bild dunkler. Bewegt man das weiße Kästchen rechts weiter nach links, wird das Bild heller. Dabei werden jeweils die extremen Helligkeitswerte angesprochen. Man kann auch das graue Kästchen mittig verschieben, das spricht die Mitteltöne an. Dabei wird das Bild auch heller (nach links) oder dunkler (nach rechts), aber oft auch flau, als läge ein Schleier darüber. Diesen Regler also bitte mit Bedacht verschieben 😉

Abgesehen von der Helligkeitsregelung hat man beim Histogramm aber auch die Möglichkeit, die Farbkanäle richtig einzustellen. Davon gibt es drei: Rot, Grün und Blau. Dazu wählt man oben bei „Kanal“ den gewünschten Kanal aus.

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In meinem grünen Kanal sieht man nun, dass die Kurve nicht ganz bis in die linke Ecke reicht. Ich schiebe nun also den linken Regler bis zum Kurvenanfang nach rechts. Das Gleiche mache ich im Blau- und Rotkanal. Nun fällt mir aber immer noch der Grünstich in meinem Bild auf.

Und nun kommt etwas Farbenlehre 😉 Was ist die Komplementärfarbe zu Grün? Richtig… Rot! Wenn ich nun also – grob gesagt – etwas Rot zu meinem Bild gebe, nehme ich das Grün damit heraus. Und siehe da:

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Hat doch gut geklappt 🙂

Ein weiteres, wirklich hilfreiches Feature von Photoshop und auch Pixlr ist die Historie. Rechts am Bildrand findet ihr ein Feld, das all eure bisherigen Bearbeitungsschritte aufgezeichnet hat. Bei mir steht hier nun: Open image – Unsharp mask – Ebenen:

Nun könnt ihr beruhigt auf den obersten Punkt klicken – das wird in den meisten Fällen „Open image“ sein 😉 und so eure bisherigen Erfolge kontrollieren. Es geht dabei nichts verloren, ihr klickt einfach nach der Kontrolle wieder auf den untersten Punkt. Ihr dürft nur keinen neuen Schritt in der Zwischenzeit machen, ansonsten ersetzt dieser die bisherigen auf der Liste 😉

In dieser Spalte von der Historie, befindet sich ganz oben auch der Navigator. Hier könnt ihr in euer Bild zoomen und sehen, wo im Bild ihr euch gerade befindet (wenn ihr in einem stärkeren Zoomfaktor arbeitet). Um euch im Bild zu bewegen, drückt einfach die Leertaste. Es erscheint eine Hand, mit der ihr euren Bildausschnitt dann verschieben könnt.

Also technisch wäre euer Bild nun optimiert. Wollen wir nun noch etwas Kreatives machen? 😀

Wir könnten unser Bild beispielsweise unter „Anpassungen“ und  „Farbton und Sättigung“ teilentsättigen. Das sieht dann so aus:

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Oder wir machen mal einen auf „alt“ und setzen den Haken bei „Colorieren“. Nun können wir dem gesamten Bild einen farbigen Anstrich geben. Mit einem Braunton, etwas Entsättigung und etwas mehr Helligkeit können wir so ein altes Bild imitieren 🙂

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Wenn wir nun nochmal unser Histogramm aufrufen, sehen wir eine komplett andere Kurve als zuvor. Was lesen wir nun daraus? Das Bild ist offenkundig flau. Es gibt keine echten Tiefen und keine echten Höhen mehr (die Kurven stehen links und rechts nicht an, die gesamte „Landschaft“ steht mittig frei).

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Ich ziehe nun die Regler wieder bis an die Kurvenanfänge. Außerdem schiebe ich auch den mittigen Regler etwas nach links, um das doch ziemlich düster anmutende Bild etwas aufzulockern.  Seht ihr den Unterschied?

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Zu guter Letzt möchte ich euch noch zeigen, was ihr (unter anderem) mit Ebenen anfangen könnt. Habt ihr schon mal ein Colorkey-Bild erstellt?

Die Ebenen findet ihr zwischen dem Navigator und der Historie auf der rechten Seite. Bewegt ihr den Mauszeiger über eure aktuelle Ebene (das wird zumeist der „Hintergrund“ sein), verwandelt sich der Mauszeiger in eine Hand. Damit könnt ihr die Ebene jetzt greifen und auf das „geknickte Blatt Papier“ rechts neben dem Mülleimer ziehen. Damit habt ihr eure Ebene kopiert. Ihr seht nun „Hintergrund“ und „Hintergrund Kopieren“. Die Ebene „Hintergrund“ werden wir nun komplett entsättigen und ein Schwarzweiß-Bild daraus machen. Dazu klickt ihr zuerst auf die untere Ebene, um sie zu aktivieren, dann auf „Anpassungen“ und „Farbton & Sättigung“ und zieht den Regler der Farbsättigung komplett nach links. Um das Ergebnis sehen zu können, müsst ihr den Haken der oberen Ebene entfernen, denn die liegt ja komplett drüber (wie 2 Blätter Papier). Nun könnt ihr nochmals eine Tonwertkorrektur unter „Anpassungen“ – „Ebenen:“ durchführen, um eine schönere Schwarzweiß-Umsetzung zu erhalten. Das kennt ihr ja nun schon 😉

Jetzt blendet  ihr die farbige Variante wieder ein, indem ihr den Haken wieder setzt und anschließend klickt ihr im „Ebenen“-Dialogmenü auf „Add layer mask“. Die Beschreibungen der Schaltflächen könnt ihr sehen, wenn ihr mit dem Mauszeiger etwas auf dem Symbol verweilt. Es geht nun um das zweite Symbol von links, dem weißen Rechteck mit dem dunklen Kreis darin. Achtet darauf, dass ihr auch auf der richtigen Ebene seid. Sobald ihr darauf geklickt habt, seht ihr nun wieder euer entsättigtes Bild und außerdem ein weißes Rechteck neben der Farb-Ebene.

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Nun wählt ihr ein Pinsel-Werkzeug aus. Dieses findet ihr links in der Leiste, rechts in der vierten Zeile. In der Optionen-Leiste oberhalb könnt ihr die Pinselgröße auswählen und außerdem definieren, ob der Pinselrand hart oder weich sein soll (und noch einiges mehr).

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Jetzt könnt ihr in eurem Bild alle Flächen anmalen, die ihr gerne farbig hättet. In meinem Fall möchte ich den „Bijou“-Pulli meiner Tochter hervorheben. Ich male also mit dem Pinsel über den gesamten Pulli. Solltet ihr mal rausmalen, ist das nicht weiter schlimm. Wählt einfach den Radiergummi und bessert eure Fehler aus. Je nach Fläche ist dabei ein größerer oder kleinerer, ein härterer oder weicherer Pinsel praktischer. Meistens ist es einfacher, die gewünschte Farbfläche erst grob auszumalen und dann mit dem Radiergummi rundherum fein nachzuarbeiten.

Und so sieht das Ganze dann am Ende aus:

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Ich hoffe, mein kleiner Kurs hat euch Spaß gemacht und war euch zudem auch noch nützlich! Über einen kleinen Besuch bei mir würde ich mich sehr freuen:

https://www.facebook.com/ChristinaJosyVoss

Vielleicht mögt ihr mir ja das eine oder andere Foto-Ergebnis zeigen? 😉

Viel Freude beim Bilder verschönern und alles Liebe,

eure Christina


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2 Gedanken zu “Blogparty Tag #6 mit Christina Josy Voss – Tipps und Tricks Bildbearbeitung

  • Julia W.

    Hey, dankeschön für diese umfangreiche Übersicht!
    Das kann ich sicher für schöne Bildschirmschoner nutzen, oder für die Oma mit dem Digi-Fotorahmen 😀
    Danke für deine Zeit uns sowas interessantes zu erklären
    Julia