Berry aus Feincord


Momentan ist irgendwie eine komische Zeit, ich habe gerade das Gefühl ich renne allem nur hinterher und erreiche nichts. Privat ist gerade viel zu tun, zwischen Familienverpflichtungen und weitreichenden Erkenntnissen was die eigenen Kinder betrifft, war in den letzten Wochen alles dabei. Gerade heute, wenn es regnet wie aus Eimern, und es draußen so gar nicht wie Sommer aussieht, bin ich recht melancholisch – vielleicht auch weil das Baby, das bald keins mehr ist, um halb 5 mit einer überlaufenen Windel aufgewacht ist und danach für sich beschlossen hat – Nacht vorbei.

 

Auf jeden Fall wollte ich heute schon viel weiter sein, als ich es eigentlich bin. In was? In eigentlich allem – ich wollte schon mehr meiner Schwangerschaftskilos weg haben also ich bisher habe (Stand – 25kg, 15 to go – auf dem Stand bin ich aber seit guten 3 Monaten und nichts bewegt sich), ich wollte eigentlich schon mitten in den Probenähen für neue Schnitte stecken aber private Sorgen lähmen mich und ich sitze momentan einfach zwischendrin gerne an der Nähmaschine und nähe Sachen abseits von – ich muss und ich sollte. Kopf frei nähen. Ich wollte auch schon alles für die Geburtstagsparty von Feli Ende Juli geplant haben und ich wollte auch noch so viel anderes. Aber manchmal geht es einfach nicht.

 

Ich vermisse manchmal die Leichtigkeit der 20er, zumindest der anfänglichen 20er – diese Angst vor nichts, wird schon alles werden, irgendwie und wenn nicht – was solls. Das war eigentlich mein Dauergemütszustand, keine Sorgen um nichts machen, Feiern gehen, tanzen, tanzen und tanzen.  Was ich an den 30ern schätze, ist das ich nicht mehr das Bedürfnis habe, alles mit einem schändlichen „Ach, was solls!“ zu betrachten, das Leben ernster nehme, instinktiv Momente in meinem Herzen festhalte und mir nur noch „Ach was solls“ denke, wenn das wirklich okay ist. Was mich an den 30ern manchmal verwirrt, ist dass die Dinge um welche ich mich früher nie gesorgt habe, plötzlich wie mit roter Leuchtschrift über meinem Leben pranken. Das Ängste, Verluste, Abschiede einfach realer sind – das kommt wohl einfach durchs älter werden und auch ein Stück weit durch die Kinder.

 

Und so, bin ich heute viel ängstlicher und doch optimistisch. Ich bin mir meiner Ängste bewusst, bin mir meines Rückstands bewusst – nehme aber Dinge an, die ich nicht ändern kann. Akzeptiere sie. Ein Sommerschnitt kann auch Ende Juli noch toll sein und es kommt immer wieder ein neuer Sommer. Die restlichen 15 kg machen mich auch nicht zu einem schlechteren Menschen, auch wenn ich mich selbst manchmal nicht leiden kann. Meine Kinder haben mich gelehrt, dass es völlig bums ist, ob heute ein Schnitt rauskommt oder übermorgen, ob mein Bauch schön fach ist, oder man ihm doch zwei Schwangerschaften mit jeweils +40kg Gewichtszunahme ansieht.

 

Diese kleinen strahlenden Augen, machen so vieles wett und der Mann, der heute früh dann um sieben aufgestanden ist und mich noch mal 2 Stunden ins Bett geschickt hat, sind so viel wert. Zu unsere Leben gehören Ängste, Abschiede und Verzögerungen dazu und auch wenn man manchmal das Gefühl hat, sie gewinnen die Oberhand, so sind es doch die kleinen alltäglichen Dinge, die die Oberhand behalten sollten.

 

Das schallende Gelächter aus dem Kinderzimmer, die Katze die, die Nähe sucht und einfach noch am Leben ist – obwohl es vor ein paar Wochen so anders aussah. Alles ist gut und wird es auch immer wieder werden. Manchmal muss man sich das bewusst machen und so hat mich, dieser Blogpost, der eigentlich viel mehr über die Kombi vom Butzel gehen sollte, als mein Gefühlschaos, doch irgendwie froh gestimmt. Am Anfang war ich müde, knatschig und traurig, jetzt lächle ich, werde gleich mal meinen Opa anrufen und fragen wie es ihm heute geht und dem inzwischen im Wagen neben mir schlafenden Baby einen dicken Kuss geben.

 

Hose Berry: www.rosarosa.eu/berry

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